Auch bei einem Gitarristen, der sich selbst nicht

als klassischen Songwriter bezeichnen würde,

sammeln sich im Laufe der Jahre dann doch eine

ganze Reihe selbstgeschriebener Songs an.

Von den späten 70ern bis in die heutige Zeit mit

Einflüssen aus Blues, Rock, Jazz, Folk und Country

spannt sich ein Bogen ganz unterschiedlicher Musik

mit ganz eigener Handschrift.

 


 

 


 

Reinhard Potschinski erfreut Zuhörer mit eigenen Stücken in Flierich

Bönen - Auf diesen Auftritt haben seine Fans lange gewartet.

Am Freitagabend endlich kam der Sänger und Musiker Reinhard Potschinski dem seit langem

gehegten Wunsch vieler seiner Anhänger nach, mal ein eigenes Konzert zu geben.

 

Trotz des Termins zu Ferienbeginn waren rund 40 Besucher in die Kirche Flierich gekommen,

um das Musikerlebnis mit Eigenkompositionen aus 50 Jahren Musikertätigkeit zu verfolgen.

Begleitet wurde Potschinski dabei von Sohn Timo (Gesang, Klavier, Gitarre, Bass, Ukelele,

Harmonika, Cajun) und Kerstin Hoppe (Gitarre, Trompete, Cajun). Die Besonderheit des Abends

wurde auch durch die Verlegung der Sitzgelegenheiten in den Altarraum hervorgehoben. Diese

persönliche Atmosphäre entsprach auf besondere Weise dem beinahe privaten Anlass und

schuf gleichsam eine Musikfamilie. 

 

Er bezeichne sich selbst nicht als den klassischen Songwriter, betont Potschinski. Seit er

mit zehn Jahren ernsthaft mit dem Gitarrenspiel angefangen habe, hätte sich halt bis heute

eine ganze Reihe von selbst geschriebenen Liedern angesammelt, die die unterschiedlichsten

Ursprünge gehabt hätten und die er locker als „alte Sachen“ bezeichnet. Diese verbunden mit

Beiträgen von Kris Kristofferson oder einigen Künstlern aus seiner großartigen Reihe

„Musik aus aller Welt“ wie Donna Dean oder Mike Silver ergaben einen bunten Mix aus

Zeit- und Musikgeschichte vom Beginn der 1970er Jahre bis heute.

„Exodus II“ hieß die erste Band, mit der Reinhard Potschinski als 15-Jähriger mit drei Kollegen

im Offizierskasino der britischen Streitkräfte in Hamm Tanzmusik machte. Schon mit zehn

Jahren von einem unbändigen „Gitarrenvirus“ infiziert – „alle Leute mit Gitarre hatten Einfluss

auf meine Entwicklung“ – , entwickelte sich neben der technischen Weiterbildung an diesem

Instrument Schlag auf Schlag eine Vorliebe für Bandauftritte der unterschiedlichsten

Zusammensetzungen und Stilrichtungen. Noch heute haben einige Namen Kultstatus. 

 

Auch die Zusammenarbeit mit den Künstlern aus der „Weltmusik-Reihe“ in Flierich hat Spuren hinterlassen. War er bei deren Auftritten in vielen Fällen ein kongenialer Begleiter mit der Gitarre, so rief der Hammer am Freitagabend einige ihrer Lieder in Erinnerung.

Eine Aufgabe, die er trotz einer heftigen Erkältung bewältigen musste. Insofern war das Projekt

„Heartstrings“ nicht nur die Präsentation von 50 Jahren Eigenkompositionen. Es bot gleichzeitig

einen interessanten Vergleich an Themenschwerpunkten und Entwicklung von Spieltechniken,

wie Potschinski sie immer wieder grandios zelebriert, mit einer Vorliebe für Country-Musik.

Lang anhaltender Beifall der Zuhörer forderte am Ende mehrere Zugaben von dem Trio.